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Gewählte Fruchtart: > Erdbeere > Blattälchen

 

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Abb.1:
kümmerliche Pflanze (links)
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Abb.2:
geschädigte Pflanze
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Abb.3:
Befall in der Reihe
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Abb.4:
Krüppelfrüchte
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Abb.5:
Krüppelfrüchte

Blattälchen (Aphelenchoides fragariae & A. ritzemabosi)

Einordnung

Die Blattälchen gehören zur Familie der Hoplolaimidae und zur Ordnung der Tylenchida.

Beschreibung

A. fragariae: Adulte 0,5-0,9 mm lang; Körper dünn, mit langem Schwanz, der stumpf endet; Schwanz des ruhenden Männchens um 45 bis 90 abgebogen; Mundstachel kurz, rund 0,01 mm lang, mit sehr kleinen Basalknöpfen; Lippenregion durch eine schwache Einschnürung abgesetzt.

A. ritzemabosi: Adulte 0,7-1,2 mm lang; Körper dünn mit schlankem Schwanz, der stiftförmig endet und 2 bis 4 kurze Anhänge aufweist, Schwanz des ruhenden Männchens um 180 umgeschlagen; Mundstachel kurz, etwa 0,012 mm lang, mit sehr kleinen Basalknöpfen; Lippenregion durch eine schwache Einschnürung abgesetzt.

Lebensweise

Diese beiden Nematoden-Arten leben überwiegend ektoparasitisch am jungen Gewebe im Herzen der Erdbeerpflanzen, an der Spitze der Ausläufer und an Vegetationspunkten. Die Blattälchen bewegen sich an der Pflanze in Wasserfilmen. Die Weibchen legen meist 20 bis 30 Eier in Knospen und Blattachseln ab. Aus diesen schlüpfen bei Temperaturen um 17 C nach 3 bis 4 Tagen die Larven, die weitere 9 bis 10 Tage später geschlechtsreif sind. zwei Tage später kann bereits die Eiablage der neuen Weibchen erfolgen. Pro Jahr kommt es zu etwa 8 Generationen, wobei die Massenvermehrung von Januar bis Mai stattfindet. Feuchte Frühjahrswitterung begünstigt die Entwicklung, bei Temperaturen unter 8 C wird sie gehemmt. Die Infektion mit diesen Nematoden erfolgt vom Boden her, meistens jedoch über infiziertes Pflanzgut. Die Larven von A. ritzemabosi können bis zu zwei Jahre in einem scheintodähnlichen Zustand (Anabiose) verbringen, während A. fragariae nur ca. zwei Monate ohne Wirtspflanze zu überleben im Stande sind.

Schaden und Symptome

Diese Schädlinge verursachen gekräuselte, verdrehte und mißgestaltete Blätter. Ihre Zahl ist vermindert, ihre Stiele extrem lang und dünn. Häufig sterben die jüngsten Blätter ab, wodurch das Zentrum der Pflanze verkahlt. Bei starkem Befall sterben die Blütenstiele ab, worunter der Ertrag stark leidet; zusätzlich treten verstärkt Krüppelfrüchte auf. Bei Blattälchenbefall unter Anwesenheit von Corynebacterium fascians kann es zur sogenannten Blumenkohlkrankheit kommen.

Diagnose

In den Monaten April und Mai können geübten Personen eine visuelle Kontrolle vornehmen. Nematologische Untersuchungen im Frühjahr und Herbst sind jedoch erforderlich. Krüppelfruchtbildung kann auch durch verschiedene Wanzenarten hervorgerufen werden.

Bekämpfung

- auf befallfreies Pflanzgut achten (z. B. aus Meristemkultur)

- nach Festellung von A. ritzemabosi-Befall 2 Jahre mit Erdbeeranbau aussetzen

- Bestand möglichst unkrautfrei halten (Ausschalten von Wirtspflanzen)

- keine chemischen Maßnahmen

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