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Gewählte Fruchtart: > Johannisbeere > Botrytis-Rindenbrand (Triebsterben)

 

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Abb.1:
befallener Fruchtstand
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Abb.2:
erkrankte Beeren
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Abb.3:
Triebsymptom
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Abb.4:
Triebsymptom
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Abb.5:
Triebsymptom
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Abb.6:
Längsschnitt durch befallenen Trieb

Botrytis-Rindenbrand (Botrytis cinerea)

Einordnung

Der Pilz Botrytis cinerea, auch Botryotinia fuckeliana genannt, gehört zur Unterabteilung der Ascomycotina, deren besonderes Merkmal die Bildung eines Ascus ist. Diese blasen- oder sackförmige Zelle enthält in der Regel acht ein- oder mehrzellige Ascosporen.

Lebensweise

Der Pilz überwintert in oder auf kranken Früchten, Trieben und Blättern als Myzel und in Form von Sklerotien. Liegengebliebenes, infiziertes Laub ist die bedeutendste Inokulations-Quelle. Hauptsächlich in der Zeit von Oktober bis April dringt der Pilz über Wunden in Triebe ein und bringt diese allmählich zum Absterben. Andere Pflanzenarten im Bestand können dem Erreger ebenfalls als Wirt dienen. Im Frühjahr werden Massen von Konidien aus dem reaktivierten Myzel und den Sklerotien freigesetzt. Diese Konidien werden vom Wind verbreitet und können in jedem Stadium infizieren. In der Regel findet eine Infektion aber nach Schwächungen z.B. durch Frost statt. Nach Regenperioden kann die Krankheit verstärkt auftreten. Hohe Luftfeuchtigkeit (>95 %) und niedrige Temperaturen (<15-20 C) fördern die Krankheitsentwicklung.

Symptome

Befallene Zweige zeigen im Frühjahr die ersten Symptome. Entweder treiben diese gar nicht aus, oder sterben kurz nach dem Austrieb ab. Auch während der Vegetationszeit, aber meist erst kurz vor der Ernte treten Welkeerscheinungen bei Trieben auf. Die Blätter dieser Triebe verfärben sich gelblich, die Beeren werden notreif, schrumpfen und fallen ab. Am unteren Teil der absterbenden Zweige ist die Rinde auf einer Länge von bis zu 20 cm verbräunt. Oft umfaßt die Rindenfaulstelle den Zweig vollständig. Holz und Mark befallener Triebe sind dunkel verfärbt. Auf abgestorbenen Trieben können sich später, durch auskeimende Sklerotien entstandene, graue Schimmelstellen zeigen. Ab Mai treten an Blatträndern scharf begrenzte Sektoren auf, die sich braun verfärben. Blattunterseits befindet sich ein sporulierendes Myzel. Die Blätter fallen dann im September vorzeitig ab. Es kann aber auch zu einem Befall nahe dem Blattstielansatz kommen, wodurch die Blätter nach unten abknicken. Diese Blätter bleiben dann vertrocknet am Strauch hängen. Bei einem Fruchtbefall kann es zu einem vorzeitigem Abfallen der Beeren kommen. Im allgemeinen zeigt sich ein Schaden an Früchten aber erst nach der Ernte in Gestalt eines mausgrauen Pilzgefechtes.

Diagnose

Da Welkeerscheinungen auch andere Ursachen (Rotpustelkrankheit, Glasflügler) haben können, ist der Erreger dadurch nicht eindeutig zu bestimmen. Die genaue Diagnose erfordert eine mykologische Untersuchung und sollte dem Fachmann überlassen werden.

Bedeutung

Der Erreger ist ein Schwächeparasit und hat einen großen Wirtskreis. Er kann unter bestimmten Voraussetzungen zu einem Problemschaderreger werden, sowohl in der Johannisbeerproduktion, als auch in Baumschulen.

Bekämpfung

- maßvolle Düngung (fördert Holzreife / Winterhärte)

- befallene und verletzte Triebe ganz entfernen

- notwendige Schnittmaßnahmen sofort nach der Ernte durchführen

- chem. Maßnahmen (zum Schutz frisch geschnittener Sträucher)

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